=?GB2312?Q?Re:_[rohrpost]_sorry!_Re:_Sind_die_Piraten_eine_Parte?= =?GB2312?Q?i_f=A8=B9r_K=A8=B9nstler=3F?=

Dorotea Doreen Etzler langelo_doro at hotmail.com
Die Jun 12 17:45:36 CEST 2012


Danke, Stephan!!!

Gruß
 Doro



Am 12.06.2012 um 15:47 schrieb "Dr. Stephan Humer" <dr.stephan.humer at googlemail.com>:

> Hallo.
> 
> Wenn schon über die Piraten und deren Urheberrechtsideen diskutiert werden soll, dann bitte auch auf Grundlage der Fakten und nicht anhand von wilden Gerüchten oder gar falschen Informationen: https://www.piratenpartei.de/2012/04/15/vorstellung-der-urheberrechtspositionen-der-piratenpartei-und-aufklarung-von-mythen/
> 
> Man achte bitte v.a. auf die Punkte 1 bis 3.
> 
> Beste Grüße
> 
> Stephan
> 
> 
> 
> Am 12.06.2012 15:37, schrieb Manuel Bonik:
>> Es geht ja um technische, ökonomische und moralische Fragen, die eng
>> miteinander verwoben sind: Angenommen, ich bin Sven Regener und will von
>> meiner Musik leben. Ich verkaufe über's Netz, aber meinem Angebot stehen
>> etliche Seiten gegenüber, wo es meine Sachen auch für umsonst gibt. Ist
>> natürlich schlecht für mein Geschäft. Kann ich Geld dafür in die Hand
>> nehmen, die Gratisangebote zu bekämpfen, aber das schmälert meine Marge.
>> Generell würde es aber gehen. Vorausgesetzt, ich bin überhaupt ein
>> Livemusiker, werde ich mein meistes Geld ohnehin mit Konzerten verdienen
>> müssen/können.
>> 
>> Stimmen der Piratenpartei sagen nun in etwa: Ist eine Sauerei von dir,
>> dass du dich überhaupt Autor nennst, Sauerei, dass du mit Copyrights
>> Geld verdienen willst, eigentlich hat ja die Gesellschaft deine Songs
>> geschrieben, und darum sollen sie ihr jetzt auch wieder umsonst
>> gehören. - Wobei das schon sehr philosophisch ist und nur eine
>> Verbrämung für: Wir können klauen, wir wollen klauen, wir werden klauen.
>> Und haben jetzt sogar eine Partei, die dafür sorgen will, dass man das
>> nicht mehr "klauen" nennen darf. Das im Namen von so hehren Ansprüchen
>> wie "freies Wissen für alle", während doch das Gros der Gratis-Downloads
>> nicht Wissenschaftsliteratur, sondern Unterhaltungsliteratur, Musik,
>> Software, Games und last not least Porno ist. Da möchte man halt keine
>> Angst vor Abmahnanwälten mehr haben müssen. Pirat, aber wasserscheu!
>> 
>> Problem: Wovon sollen die Künstler leben? Piratenparteiler verweisen auf
>> Modelle wie Open Source und Creative Commons, die aber m. E. für Musik
>> oder allgemein Kunst nicht hinhauen. Kulturflatrate? Soll man die GEZ
>> noch ausweiten? Oder wie oder was?
>> 
>> 
>> 
>>> sorry jetzt habe ich hier natürlich namen verwechselt....
>>> ich meinte natürlich nicht den beitrag von manuel bonik, sorry das
>>> wollte ich nicht.....
>>> sondern den von bernd brincken dessen antwort die frage ja wirklich
>>> total ins lächerliche zieht....
>>> grüße,
>>> farida
>>> 
>>> Am 11.06.12 22:13, schrieb Farida Heuck:
>>>> also ich finde es schade, dass hier auf der rohrpost liste eine
>>>> diskussion wohl nie möglich ist...
>>>> da einige leute doch wirklich immer saudumme antworten geben auf eine
>>>> wie ich finde berechtigte und interessante frage was man von der
>>>> piraten partei halten kann..... ob jetzt für künstler oder nicht finde
>>>> ich auch nicht unbedingt wichtig aber über die fragen an sich hätte
>>>> ich mir schon qualifiziertere antworten oder beiträge gewünscht...
>>>> aber anscheinend ist das ja der tenor auf dieser liste umso verrotzter
>>>> zu antworten umso cooler ist es wohl....
>>>> da fühlt sich wohl herr manuel bonik besonders cool..... aber ich
>>>> halte davon nichts.... und werde somit diese liste auch verlassen.
>>>> mit den besten grüßen,
>>>> farida
>>>> 
>>>> 
>>>> Am 11.06.12 19:45, schrieb hello | florian kuhlmann:
>>>>> gefällt mir.
>>>>> ich würds retweeten!
>>>>> 
>>>>> Am 11.06.2012 um 15:56 schrieb chr:
>>>>> 
>>>>>> hmm... ich hab irgendwann mal gelernt das es keine dummen fragen
>>>>>> gibt, nur dumme antworten... aber bernd brincken, du hast mir in
>>>>>> deiner mail gezeigt, dass man nie auslernt... es gibt scheinbar doch
>>>>>> dumme fragen ^_*
>>>>>> 
>>>>>> ...
>>>>>> 
>>>>>> Am 08.06.2012 17:29, schrieb Manuel Bonik:
>>>>>>> weil ich dachte: Gut,
>>>>>>> endlich mal eine Partei für die Generation Internet, die in dieser
>>>>>>> Hinsicht nicht ganz soviel Blödsinn schwätzt wie andere Parteien,
>>>>>> es geht ja hier, /also mit hier meine ich konkret hier-deutschland/
>>>>>> hier im verdruss über die parteipolitik, in der absage von werten
>>>>>> die neoliberale götzen schenkten, hier geht es ja eigentlich gar
>>>>>> nicht darum ob die Piraten nun für eine ?generation internet?, für
>>>>>> ?digital natives? für ?umsonstkulturelle? oder für ?Künstler? da
>>>>>> sind, oder?
>>>>>> 
>>>>>> ja warum sind sie eigentlich da?
>>>>>> die piraten?
>>>>>> und für wen?
>>>>>> also ich hab sie nicht gerufen und ich bin auch keine 8%
>>>>>> ...nicht mal 1%
>>>>>> und am allerwenigsten bin ich ein künstler.
>>>>>> und wäre ich ein künstler, wofür würde ich denn dann eine partei
>>>>>> benötigen?
>>>>>> ein Blick in den Spiegel, diese Woche, der zeigt wieder einmal das
>>>>>> es wohl eher anders herum ist,
>>>>>> nämlich dass Parteipolitik künstlerische prozesse benötigt,
>>>>>> die Politiker die Künstler,
>>>>>> weil ja eigentlich diese rein abstrakten ökonomischen leitkulturllen
>>>>>> hirngespinnste,
>>>>>> weil diese Abstraktion von realem, von gesellschaftlichem
>>>>>> Prozessgeschehen,
>>>>>> weil sie einen gesunden Realismus braucht - meiner meinung nach,
>>>>>> Realismus, dem man sich vielleicht auch nur annähern kann, indem man
>>>>>> sich ein stück weit entfernt,
>>>>>> von dem Glauben an das master-Individuum, the one and only, the big
>>>>>> star, dem der das sagen hat, dem der über uns steht, the great
>>>>>> artist, hello mr president,...
>>>>>> 
>>>>>> good old Rio Reiser, in einem seiner schönsten songs:
>>>>>> ich bin nicht unter dir
>>>>>> ich bin nicht über dir
>>>>>> ich bin neben dir
>>>>>> 
>>>>>> wir als künstler (und jeder künstler = Mensch) wir können ja
>>>>>> verdammt viel dazu beitragen dass Auswirkungen individuell
>>>>>> entschiedener Aktionen, kollektiv reflektiert werden können,
>>>>>> parteipolitische Entscheidungen,
>>>>>> indem wir, Politikern denen eine politische Macht, oder besser
>>>>>> gesagt, denen eine persönliche Machtposition weitaus wichtiger
>>>>>> erscheint als ein sozialer Prozess, /also so ziemlich jedem von
>>>>>> ihnen ^_*/
>>>>>> indem wir ihnen, und glücklicherweise nicht nur ihnen, einen Spiegel
>>>>>> vorhalten.
>>>>>> Ja,
>>>>>> und wir Künstler wir sind gute Spiegel.
>>>>>> oder etwa nicht?
>>>>>> 
>>>>>> In der privaten kunstwirtschaft da sind es noch weit weniger als 1%,
>>>>>> und wir sind ja auch nicht gerade die, die herausposaunen könnten
>>>>>> dass Machtbesessenheit etwas schlimmes sei, der wille zur macht,
>>>>>> nein, ich finde wir künstler wir sind verdammt gute spiegel.
>>>>>> Nur leider meist nicht in dem sinne, indem man die kunst als spiegel
>>>>>> gerne sieht.
>>>>>> der spiegel, der ist ja ein meinungsbildendes medium, und da hier
>>>>>> die Frage nach einer Meinung zu künstlerisch-basisdemokratischen
>>>>>> Prozessen innerhalb der von uns gewählten Parteipolitik, unserer
>>>>>> Repräsentation sozusagen, gestellt wurde,
>>>>>> 
>>>>>> /hmm... eigentlich mögen wir das doch, mögen wir doch dieses
>>>>>> -meine-verantwortung-abgeben-, sie jemandem anderes in die Hände zu
>>>>>> legen, nicht andauernd alles selbst entscheiden zu müssen, ist ja eh
>>>>>> alles viel zu komplex,
>>>>>> oder wie hast du dich ausgedrückt Bernd? ist alles so kompliziiiert
>>>>>> geworden/
>>>>>> 
>>>>>> die komplexität als kontrollmechanismus die funktioniert ja auch
>>>>>> prächtig, und daher muß sie auch aufrecht erhalten werden, denn je
>>>>>> komplizierter die welt, desto einfacher ist sie zu formulieren,
>>>>>> ein bild aus ihr zu machen.
>>>>>> 
>>>>>> 
>>>>>> nun,
>>>>>> niemand hat jemals behauptet
>>>>>> /doch! eigentlich haben's viele, aber ich kann diesem gedanken nicht
>>>>>> so recht folgen da er mir sobald ich ein wenig darüber nachdenke zu
>>>>>> kompliziert erscheint/
>>>>>> dass Demokratie einfach ist, dass sie schnell auf einen nenner
>>>>>> kommt, dass sie eine richtung vertritt, oder dass sie weiß wovon sie
>>>>>> spricht,
>>>>>> oder überhaupt dass Demokratie -ist-.
>>>>>> Demokratie WIRD.
>>>>>> 
>>>>>> In diesem Sinne würde ich ganz klar sagen, ja, wir künstler wir
>>>>>> brauchen die piratenpartei, nämlich um uns künstlern einen spiegel
>>>>>> vorzuhalten,
>>>>>> um uns vielleicht wieder ein wenig aufzuwecken und aus dieser
>>>>>> Starhype-Traumblase heraus zu katapultieren...nur ein wenig,
>>>>>> nich zuviel...
>>>>>> 
>>>>>> nun, die frage die ich mir manchmal stelle: hat denn kunst überhaupt
>>>>>> irgendwas mit demokratie zu tun?
>>>>>> ...und, so manche antworten die ich zum beispiel /nicht nur/ im
>>>>>> letzten jahrhundert von künstlern erfahren hab, die waren vielleicht
>>>>>> nicht immer schlau, aber waren sie doch demokratisch,
>>>>>> /und/ sie waren offen...
>>>>>> und manchmal da öffneten sie sich so sehr, dass der künstler selbst
>>>>>> zur antwort wurde, vielen dank herr blissett.
>>>>>> 
>>>>>> hmm... letztes jahrhundert wurde ein kunstbegriff erweitert, heute
>>>>>> wurde er zu vielen, zu tausenden und in deutschland zu über 80
>>>>>> Millionen,
>>>>>> und daher muß der kunstbegriff heute auch nicht mehr erweitert
>>>>>> werden, sondern wir, die künstler, wir müssen endlich lernen damit
>>>>>> umzugehen,
>>>>>> 
>>>>>> und wenn dann ein sven regener, ein mario adorf, ein jan delay, ein
>>>>>> campino und wie sie alle heißen, wenn sie sich dann öffentlich gegen
>>>>>> eine
>>>>>> 
>>>>>>> Zunehmend erwische ich mich aber bei dem Gedanken, dass das einfach
>>>>>>> nur
>>>>>>> eine populistische Schnorrer-Partei ist, die den Leuten ein
>>>>>>> bedingungsloses Grundeinkommen und Freibier für alle verspricht,
>>>>>>> während
>>>>>>> ihr die Interessen von Künstlern, Autoren, Musikern etc. völlig egal
>>>>>>> sind.
>>>>>> richten, dann sind das vielleicht einfach nur hilferufe /
>>>>>> auswirkungen erweiterter kunstbegriffe die es geschafft haben deren
>>>>>> begrifflichkeit vollends zu entsagen?
>>>>>> oder einfach nur phrasen von typen die künstlerische prozesse mit
>>>>>> werten der privaten Kunstwirtschaft besetzen?
>>>>>> von den paar typen eben die davon profitiert haben? ...in deren
>>>>>> sinne natürlich...
>>>>>> 
>>>>>> also meiner meinung nach sollte man gar nicht so viel auf
>>>>>> erfolgreiche menschen hören...
>>>>>> auf mich auch nich
>>>>>> 
>>>>>>> Was meint ihr?
>>>>>> in meinen augen ist jegliche form von kunst ein politischer prozess,
>>>>>> ein prozess der sozial ist, sozial im eigentlichen sinne, dem sinn
>>>>>> den wir als gemeinschaft ihm geben -
>>>>>> 
>>>>>> und daher würde ich auch ganz klar sagen dass künstler keine partei
>>>>>> benötigen, weil sie dass,
>>>>>> was die piraten innerhalb der parteipolitik versuchen,
>>>>>> weil das die künstler gerade in der gesellschaft tun.
>>>>>> 
>>>>>> die frage die dann nur noch bleibt...
>>>>>> ja, wer sind denn diese künstler eigentlich, wenn nicht wir?
>>>>>> 
>>>>>> 
>>>>>> 
>>>>>> n schönen gruß von hier aus
>>>>>> 
>>>>>> chr
>>>>>> 
>>>>>> p.s. ich find zu dem thema die mailingliste ag-urheberrecht der
>>>>>> piraten ganz interessant,
>>>>>> https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-urheberrecht
>>>>>> 
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